Die längste Zeit im Jahr
Trinitatiszeit in der Pauluskirche
Jetzt beginnt wieder die festlose Zeit. In der evangelischen Kirche werden die Sonntage von nun an bis in den Herbst einfach durchnummeriert. Es sind die Sonntage nach Trinitatis; und je nach Termin des Osterfestes können da 20 bis 24 Sonntage zusammenkommen, ohne dass es einen besonderen Höhepunkt zu feiern gibt, außer vielleicht Erntedank und Ewigkeitssonntag.
In dieser Zeit wird der Altar grün geschmückt. Wir steigen in der Pauluskirche nun auch wieder auf Trockenblumen um. Das ist in der Sommerhitze nachhaltiger, schont die Umwelt und die Blumen machen nicht so schnell schlapp. Wer aber gerne einen frischen Straiß Blumen direkt am Sonntag mitbringen möchte, ist herzlich willkommen! Eine Vase mit frischem Wasser ist schnelll geholt ;-)
Gedanken der Pfarrerin
Parteien pochen darauf, dass die Kirche sich aus der Gesellschaft herauszuhalten habe. Die Mitglieder der Kirchen werden sowieso immer weniger. Wozu dann noch christliche Sonn- und Feiertage? Natürlich können gesetzliche Regelungen auch ohne religiöse Begründung getroffen werden, dass jeder Mensch nur sechs oder fünf Tage in der Woche arbeiten muss. Der Mensch ist eben nicht nur ein Einzelner, sondern schwimmt auch mit in einem Empfinden für Gemeinschaft. Das tut der Seele gut, weil die Individualisierung uns auch gesellschaftlich immer mehr an Grenzen führt.
Als Pauluskirche stehen wir für den festen Sonntag - verlässlich um 17 Uhr. Es ist nicht gleichgültig, ob wir als gläubigen Menschen unseren Glauben an den Sonntagen feiern und im Alltag auch für andere lebendig werden lassen. Andernfalls verdunstet unser Glaube und auch die gesellschaftsprägende Kraft, die daraus erwächst. Und das wäre ein Verlust. Denn jeder Sonntag ist das Geschenk: Du bist frei. Frei von dem, was deine Arbeitswoche sonst bestimmt. Frei für das, was deiner Seele guttut.
Herzen in der Pauluskirche
Im Kirchenraum fallen aktuell sofort die bunten Wäscheleinen mit angeklippsten Herzen auf. Sie greifen frei nach Martin Luther die Frage auf, woran das eigene Herz eigentlich hängt. Das passt perfekt zum großen Jubiläum des Liederdichters Paul Gerhardt und seinem bekannten Sommerlied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Die bunten Herzen im Raum laden dazu ein, im Vorbeigehen kurz innezuhalten. Sie liefern Inspiration für eigene Pläne, Begegnungen und freie Zeit in diesen Sommerwochen.